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KO 750-1500 (Miklautsch)-Dichtung und Wahrheit

Konversatorien (KO) zur Literaturgeschichte (1. und 2. Abschnitt) sowie die Vorlesung (vormals KO) zur Sprachgeschichte (1. Abschnitt)
marlaflo
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Beitrag von marlaflo » Sa 21.Jun 2008, 15:09

rosa_blumenkisterl hat geschrieben:da bin ich noch gar nicht :oops:
die tage vor der prüfung sind immer ein wahnsinn - zwischen verzweiflung, selbsthass weil nicht früher zu lernen begonnen und wilden spekulationen was kommen könnte :-D
du sagst es...

tröste dich, die blütezeit geht relativ schnell, da man walther usw. ja vom namen her schon kennt und auch schon einiges weiß und dann fehlen eh "nur" mehr die handouts der letzten 2 einheiten.

da fallen ja dann glatt 130 seiten zum lernen weg ;) ich glaub einfach mal, dass sie nichts gibt, was nicht besprochen wurde... na wow, dann ist ja ein ende in sicht... spätzeit und fnhd laut brunner würden mich glaub ich komplett verwirren. nachdem es da nicht mehr wirklich sehr bedeutsame neue stoffe, exponenten usw. gab, sind da ja 1000 neue werke,namen usw. das tu ich mir nicht an.
in der mitschrift vom letzten jahr, ist ja bei iwein und erec schluss und bei den fragen kam auch nicht mehr vor,also hoff ich einfach. und sonst, 2/3 hab ich ja....

dann wünsch ich noch erträgliche 2 lerntage, ich geh jetzt eisessen...

lg

marlaflo
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Beitrag von marlaflo » So 22.Jun 2008, 12:30

gibts mittlerweile eigentlich schon ein handout zu wittenwiler? ich hab nämlich keins zugeschickt bekommen.

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Beitrag von rosa_blumenkisterl » So 22.Jun 2008, 12:44

nein, ich glaub nicht... ich muss ich so zsammreißn, dass ich nicht ständig irgendwas anderes mach außer lernen *verzweifel*

werd aber jetzt endgültig aufhören da im forum herumzuschreiben, weil ich echt schon knapp dran bin :)

bis morgen also! liebegrüße

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trillian
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Beitrag von trillian » So 22.Jun 2008, 14:33

ich frag mich ja immer noch, was genau dichtung und wahrheit mit dem 750er KO zu tun hat. :)
Make coffee, not war.

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Beitrag von rosa_blumenkisterl » So 22.Jun 2008, 20:19

hab noch eine frage

es gibt ja im forum die prüfungsfragen von einem semester 2007 - nur bin ich mir nicht ganz sicher, wie die antwort auf diese frage ausschauen soll:

Welche zentralen Themen kennt der Minnesang? Erläutern Sie die Unterschiede an 3 Minnesängern Ihrer Wahl.

kann mir da jmd. weiterhelfen?
prinzipiell sicher nicht so schwierig, nur bin ich mir nicht ganz sicher, was genau mit den Unterschieden gemeint ist (meiner Meinung nach gibt es doch zwei Hauptthemen im Minnesang - oder ist hier der Unterschied der einzelnen Phasen des Minnesangs - also donauländ. MS etc. gemeint?)

freue mich über ansätze :)

liebegrüße manu

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Beitrag von marlaflo » So 22.Jun 2008, 21:41

ich hätte da geschrieben:
1) Minne (Hohe und ebenbürtige, klage)
2) Natureingang (Dietmar von Eist)
3) Kreuzzugsthematik (zb Hartmann)

hät ich halt so beantwortet
Zuletzt geändert von marlaflo am So 22.Jun 2008, 23:21, insgesamt 1-mal geändert.

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cosmogonos
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Beitrag von cosmogonos » So 22.Jun 2008, 21:45

ich bin zwar nicht bei miklautsch, aber damals bei keller hatten wir eine ähnliche frage im fragenkatalog, vl hilft die antwort von mir ja weiter:

Minne ist ein äußerst komplexer Begriff in der mittelalterlichen Literatur. Zum einen meint er die selbstlose, schenkende, erbarmende Liebe, die Nächstenliebe und die Liebe Gottes zu den Menschen. Zum anderen umfasst Minne wie das lateinische fraternitas, die Brüderlichkeit. Gemeint seien hier die Verbundenheit und das gütliche Übereinkommen, eine Art Teilökonomie. Insbesondere aber wird die Bedeutung von Minne mit der begehrenden Liebe zu Gott und jener zwischen den Geschlechtern in Zusammenhang gebracht. Man kann also sagen, die Bedeutungsskala besagten Wortes reicht von der rein geistigen bis zur rein sinnlichen Liebe.
Für den Adel des Mittelalters ist Minne der Leitbegriff für die höfische Liebe, die im frühen und hohen Minnesang literarisch verwertet wird. Sowohl der frühen als auch der hohen Minne ist die Auffassung der Liebe als eine personale Beziehung, also eine zwischenmenschliche inhärent. Diese Beziehung ist gekennzeichnet durch das Ich und Du von ritter und vrouwe, die ihren Stand repräsentieren, was subjektiv gesagt wird, hat somit eine objektive Wirkung.
Der frühe Minnesang unterscheidet sich von der hohen Minne dadurch, dass nicht nur der Mann, sondern öfter noch die Frau non chalant über ihre Liebe spricht. A rebours wird man in der hohen Minne kaum eine Frauenstrophe antreffen (außer bei Walther von der Vogelweide z.B.).
Die Grundsituation der hohen Minne lässt sich in einer Art Dreiecksschema zusammenfassen. Die Dame ist dem Minnesänger fast unnahbar geworden und sie beide, also Sänger und Dame stehen unter der Aufsicht der huote. Ritter und vrouwe gehören der höfischen Gesellschaft an und unterliegen als solche deren Normen, die hier in der huote verkörpert werden. Eigentlich ist die Liebe zwischen Minneritter und Dame eine heimliche, obwohl die Texte öffentlich vorgesungen wurden. Unstimmig ist auch die Position der Frau als übergeordnete Herrin, da sie in der realhistorischen Wirklichkeit unter der Gewalt des Mannes stand. Der ritter erfleht hulde, milte, trost und genade, wobei besonders der Begriff genade bereits impliziert, dass der Sänger für seinen Dienst keinen Lohn in Anspruch nehmen möchte. Für den Mann wäre vröide, saelde, gelücke und wunne die Erfüllung seiner erotischen Ansprüche, die Nichterfüllung lässt ihn in (tumben) wan fallen.
Eine weitere Möglichkeit des Umgangs mit Minne in der germanistischen Mediävistik findet sich in den Tageliedern. Anders als in der hohen Minne, die immer mit einer unerfüllten Liebe einhergeht, setzt das Tagelied die erfüllte Partnerschaft voraus. Bei de Boor wird das Taglied als eine Art Ventil begriffen, das die höfische Konvention für einen Moment anerkennt, da sich der Minnesänger im Rahmen der Fiktionalität bewegt. Was er sich im Kopf ausmalt und auf Papier bannt, wird toleriert, lässt sich aber nicht mit der Wirklichkeit vereinbaren. Es handelt sich beim Tagelied also nicht um Erlebnisdichtung, sondern um das Genre Illusionsdichtung.

Chronologisch betrachtet beginnt die Behandlung des Themas „Minne“ mit provenzalischen Trobadors, wie etwa Wilhelm IX. (1071-1127), der als der älteste Trobador gilt und im nordfranzösischen Raum mit Chrétiens de Troyes . Die erste Phase des deutschen Minnesangs – in etwa zwischen 1150 und 1180 – nennt man Donauländischen Minnesang, da die frühesten deutschen Minnesänger im Donauraum zwischen Ulm und Linz/Melk beheimatet waren.
Schon hier fanden sich mehrere Typen bzw. Themen von Minnesang:
-) Dialog und Wechsel: Mann und Frau haben Sprecherrollen, im Dialog sprechen sie zueinander, im Wechsel abwechselnd, aber ohne direkter Antwort. Dies ist kennzeichnend für den Donauländischen Minnesang, im späten Minnesang stand nämlich das klagende Ich im Fordergrund.
-) Naturbild: Naturbild wird beschrieben, in dem Frühling begrüßt oder Winter beklagt wird.
Kommt bei Dietmar von Eist zum ersten mal vor.
-) Tagelied: Beschreibt das morgendliche Erwachen des Liebespaares und den Abschied des Mannes. Ebenfalls zum ersten Mal bei Dietmar von Eist, Wolfram von Eschenbach ist ein bedeutender Vertreter dieser Form.

In der 2. Phase, der Rezeption romanischer Vorbilder (um 1170 – um 1190), wurden romanische Strophenformen und Melodien übernommen. Minne stand nun in Analogie zum Lehensdienst als Minnedienst. Es kam zu weiterer Ausformung von Minnesang, der hohen Minne mit:
-) Minneklage: Mann liebt Frau und übt vergeblich Minnedienst aus, Frau kommt selten zu Wort. Der Mann ist untergeordnet, die nicht erwiderte Liebe bedeutet Leid, welches zu einem höheren Daseinsgefühl und Genuss verhilft.
-) Kreuzlieder: Angesichts des als Gottesdienst gesehenen Kreuzzugs wird die Frauenminne problematisiert, wie z.B. Friedrich von Hausen

Die 3. Phase stellt die Blütezeit der höfischen Literatur dar (um 1190 – um 1220/30), die des klassischen Minnesangs, welcher wieder autochthon war und nicht romanische Bezugspunkte hatte. Gemeinsam war den individualistischen Dichtern die Hohe Minne sowie die Kanzonenschema der Strophen. Neben den bereits erwähnten Formen gab es auch im Rahmen der hohen Minne:
-) Werbungslied, Preislied, Dienstversicherung, Botenlied, etc.
-) Freudenlied: stellt hier vielleicht eine Besonderheit dar, es ist relativ selten, hier jubelt das Sänger-Ich über eine Zusage der Geliebten. Heinrich von Morungen und Reinmar der Alte sind Verfasser von Freudenliedern.
Gegenpositionen zur hohen Minne kamen unter anderem von Neidhart von Reuental und Walther von der Vogelweide:
-) Mädchenlied: Liebe zum einfachen Mädchen steht im Vordergrund (Walther)
-) Minnelieder in bäuerlicher Umgebung (Neidhart)

Die letzte Phase des Minnesangs, quasi „nachklassisch“, und Spätzeit der höfischen Literatur ist ärmer an Formen und Themen, auch hinsichtlich des Problemgehalts. Minnesang wurde zu einem selbstverständlichen Kulturgut, vielfach wird von „Gelegenheitsautoren“ gedichtet, vor allem in Form der Minneklage des Sänger-Ichs, aber auch in Rollenliedern oder „objektiven“ Liedern.
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Beitrag von rosa_blumenkisterl » Mo 23.Jun 2008, 7:43

wow - so ausführlich :)

vielen, vielen dank - jetzt kann ich was mit der frage anfangen
danke für die mühe das reinzutippen

liebegrüße manu

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Beitrag von ElenaM » Mo 23.Jun 2008, 16:06

Ich hoffe die Prüfung heute ist bei euch allen gut gelaufen :wink:

Mal eine Frage zur mündlichen Prüfung morgen: Was glaubt ihr was sie so fragen wird? Wohl nur inhaltliche Dinge oder auch noch was was wir sonst zu dem jeweiligen Werk besprochen haben?
Grey recumbent tombs of the dead in desert places, standing stones on the vacant wine-red moor, hills of sheep, and the homes of the silent vanished races, and winds, austere and pure.

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Beitrag von rosa_blumenkisterl » Mo 23.Jun 2008, 19:23

ich schau mir das was dazugehört vorsichtshalber auch noch mal an (obwohl ichs ja eigentlich heute schon können hätt müssen *genier*)

prüfung war echt nett - auch wenn ich echt deppat war *gg* aber wird scho passen

liebegrüße und daumendrück an alle für morgen!

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Memphi
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Beitrag von Memphi » Mo 23.Jun 2008, 19:54

Ich hoffe ja nur dass sie nicht mit meinem Test in der Hand dasitzt und mich auf all die blöden Fehler hinweist die ich sicher gemacht hab, da genier ich mich dann sicher voll.
Bin auch schon gespannt wie sie fragt - sie hat ja in der ersten Stunde gemeint dass sie so fragt, dass sie sicher erkennt, ob man denn das Werk auch tatsächlich gelesen hat und nicht einfach nur den Wikipedia-Eintrag.
Viel Glück auf alle Fälle an alle! :)
When the mind is like a hall in which thought is like a voice speaking, the voice is always that of someone else.
Wallace Stevens

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Beitrag von marlaflo » Di 24.Jun 2008, 12:27

hat jemand schon die mündliche prüfung hinter sich und kann erfahrungsberichte geben?

Lupinchen
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Beitrag von Lupinchen » Di 24.Jun 2008, 15:47

und wie fandet ihr die prüfung? das inhaltliche heute war ja eigentlich nicht sooo schlimm, aber insgesamt doch eher heftig ;-)konnte heute alles beantworten und dann hätte ich noch eine zusatzfrage gebraucht um stt einen 4er einen 3er zu bekommen, auf die hab ich dann verzichtet *g*
wie ist es bei euch so gelaufen?

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Beitrag von rosa_blumenkisterl » Di 24.Jun 2008, 16:45

hey, es war echt heftig find ich - obwohl ichs gelesen hab, aber teilweise war ich schon bissi überrumpelt... hab nämlich erec und iwein gelesen, und da gehts ja bei beiden um riesen und burggrafen und so zeugs - also muss man schon schaun, dass man nicht alles verdreht *gg*
hab eh alles (teilweise halt mit kleinem hinweis von ihr) dann gewusst, hab auf schriftl. + mündl. einen zweier also zwei insgesamt - bin superhappy muss ich sagen :)

jetzt halt gleich wiederlernen ist mühsam...

liebegrüße manu

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Beitrag von Frida » Di 24.Jun 2008, 17:55

liebes blumenkisterl =)
freut mich, dass es auch bei dir so gut geklappt hat - in dem fall ist's für uns beide gleich ausgegangen.

also ich find schon auch, dass die prüfung alles andere als leicht war - sie hat wirklich detailfragen gestellt und man muss es wirklich gelesen haben.
einen tipp noch für die, die in den kommenden semestern prüfungen bei ihr machen werden (obwohl es die KOs ja nicht mehr geben wird, aber bei anderen prüfungen bei ihr): wenn ihr literatur gelesen haben müsst, lest sie erst in den letzten 2 wochen vor der prüfung - dann könnt ihr euch noch besser an details erinnern.

lg,
frida
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Beitrag von trillian » Mi 25.Jun 2008, 15:24

Frida hat geschrieben:wenn ihr literatur gelesen haben müsst, lest sie erst in den letzten 2 wochen vor der prüfung - dann könnt ihr euch noch besser an details erinnern.
oder schreibt mit :) dauert zwar länger (hab ich beim parzival so gemacht) aber man erinnert sich dann halt besser. sie meint ja sowieso man soll alles am besten mindestens drei mal lesen.
Make coffee, not war.

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