NEU: DAS NARRENSCHIFF IST MIT 24. MAI 2017 IN DEN MUSEUMSMODUS ÜBERGEGANGEN
Das heißt: Es sind keine Neuregistrierungen und Postings mehr möglich,
das Forum bleibt noch online zwecks Recherche- und Andachtszwecken.
Danke für deinen Besuch und weiterhin alles Gute ...

-> SPL (!) | -> VLVZ u:find SPL10 | -> Prüfungstermine | -> Fragensammlungen | -> ProfessorInnen | -> Oinks Tipps | -> Stammtisch?

Aktuelles:
- Für Vorlesungen ist keine Anmeldung vorgesehen (moodle zu Semesterbeginn über vlvz-Link anlegen)
- Auf der SPL Seite findet sich nun für Anliegen und Problemchen ein SPL-Kontaktformular.
- Das neue vlvz "u:find" ist online: u:find

Termine/Fristen:
Aufnahmeverfahren Lehramt
Allgemeine Zulassungsfristen
Das Studienjahr

Konvention/Stil auf der Germanistik

"Ist der Dativ dem Genetiv sein Tod?" und "Wie zitier ich das?"
Antworten
frizza
Neologismus
Beiträge: 8
Registriert: Sa 05.Feb 2011, 11:35

Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von frizza »

Hallo Leute,

ich mach gerade 1 EC auf der Germanistik und muss ein Modulportfolio schreiben.
Meine Frage...
ist es auf der Germanistik okay, 'ich' in Portfolios zu verwenden oder ist das schlechter Stil?
Benutzeravatar
Marada
Moderatorin
Beiträge: 3291
Registriert: Do 11.Feb 2010, 17:48

Re: Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von Marada »

Das kommt wohl darauf an was du schreibst und für welche VO/welches PS :-D Bei wissenschaftlichen Arbeiten wie kurzen Arbeiten, Umfragen etc. sicher nicht üblich. Andererseits bei Diskussionsbeiträgen, Reflexionen über das eigene Arbeiten durchaus. Je nachdem was der LV-Leiter haben will, würd ich meinen.
"Ich muß dich mit Gewalt ernähren!" sagte Homunkoloss, "Du schläfst nicht mehr. Du wäscht dich nicht. Du stinkst wie ein Schwein." "Ist mir doch egal", sagte ich trotzig, "Hab keine Zeit, muß lesen"

(c) Walter Moers, aus "Stadt der träumenden Bücher"
Benutzeravatar
WeiRdKaktuS
Mag. Germ.
Beiträge: 1695
Registriert: Mi 07.Nov 2007, 1:12
Wohnort: Vindobona

Re: Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von WeiRdKaktuS »

Ganz ehrlich, ich wuerds auf der Uni vermeiden und versuchen, zu umschreiben. Nach einigen Jährchen hier hab ich den Eindruck, dass die subjektive Meinung einfach nicht gefragt ist :-D Natuerlich, bei Reflexionen ist das wieder eine andere Sache, hier wird ja Subjektivität (die m.E. in wissenschaftlichen Arbeiten nichts verloren hat) praktisch gefordert.
"Lest, soviel ihr könnt! Lest Straßenschilder und Speisekarten, lest die
Anschläge im Bürgermeisteramt, lest von mir aus Schundliteratur - aber lest!
Lest! Sonst seid ihr verloren!"
(Rumo & die Wunder im Dunkeln, Walter Moers)
Benutzeravatar
emu
Lakritzesser
Beiträge: 2275
Registriert: So 10.Sep 2006, 21:18
Wohnort: Am Puls der Zeit
Kontaktdaten:

Re: Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von emu »

Gerade bei Reflexionen (und diese sollten ja Teil des Modulportfolios sein) wirkt es manchmal gestelzt, wenn man krampfhaft versucht, auf das Ich zu verzichten. Die erste Person entbindet aber nicht von Zitations- und Reflexionspflichten und insbesondere dient sie nicht zur Selbstimmunisierung (»Das ist meine Meinung, und sie kann insofern nicht falsch sein«).

Und natürlich ist die subjektive Meinung gefragt, fast die gesamte Literaturwissenschaft und ein großer Teil der Sprachwissenschaft beruhen darauf. Die Frage ist immer nur, ob man diese Meinung auch textimmanent belegen kann; auch bloße Geschmacksurteile finden sich implizit in jeder wissenschaftlichen Arbeit, es gilt nur als unfein, das allzu deutlich auszusprechen.
Alle Angaben ohne Gewähr. Quod non est in actis, non est in mundo. Freundlichkeit hilft.
Dankbarkeit ist keine wissenschaftliche Kategorie. Mundus vult decipi. Trotzdem nicht gemein sein zu den Menschen.
frizza
Neologismus
Beiträge: 8
Registriert: Sa 05.Feb 2011, 11:35

Re: Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von frizza »

danke, das hilft mir schon ein bisschen weiter :-)

In meinem Modulportfolio muss ich unter anderem Fragen, die sich bei mir zu Themen einer bestimmten VO aufwerfen, stellen und begründen ... das ist ein bisschen schwer ohne 'ich' für mich.
Aber ich werd versuchen es 'wissenschaftich' zu verpacken :wink:
Benutzeravatar
emu
Lakritzesser
Beiträge: 2275
Registriert: So 10.Sep 2006, 21:18
Wohnort: Am Puls der Zeit
Kontaktdaten:

Re: Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von emu »

Brauchbare Floskeln:

Ich habe keine Ahnung = … wird in der Literatur unterschiedlich gelöst
Ich sehe das anders = … lässt sich auch aus anderer Perspektive betrachten
Ich finde das unsinnig = … erscheint nicht stichhaltig
Ich finde das lächerlich = … dürfte als überholt gelten
Ich finde keine sinnvolle Verknüpfung = … ist ein Kategorienfehler und inkommensurabel
Ich muss zwei widersprechende Dinge zusammenbringen = Der Konnex lässt sich leicht herstellen.
Ich bringe ein Pseudo-Gegenargument, um auf mehr Seiten zu kommen = An dieser Stelle ließe sich einwenden …
Ich glaube = Dieser Umstand wirft die Frage auf, …
Ich weiß es nicht = … kann im Rahmen dieser Arbeit nicht behandelt werden.
Ich würde es gern wissen, aber weiß es nicht = Diese Frage stellt ein wichtiges Desiderat künftiger Forschung dar.
Ich will es gar nicht wissen = Eine Bearbeitung dieser Frage ist vor dem Hintergrund eines postmodernen Paradigmas vor immanente Probleme der Methodik gestellt und muss nicht zuletzt deshalb offen bleiben.
Alle Angaben ohne Gewähr. Quod non est in actis, non est in mundo. Freundlichkeit hilft.
Dankbarkeit ist keine wissenschaftliche Kategorie. Mundus vult decipi. Trotzdem nicht gemein sein zu den Menschen.
w.e
Administratorin
Beiträge: 2142
Registriert: Di 25.Sep 2007, 14:30

Re: Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von w.e »

:smt041
"rettet mich zuerst!"
frizza
Neologismus
Beiträge: 8
Registriert: Sa 05.Feb 2011, 11:35

Re: Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von frizza »

wow, danke!!
Damit steigt die qualität meines portfolios um einiges! :-D
Benutzeravatar
gloom
Administratorin
Beiträge: 2851
Registriert: So 01.Okt 2006, 12:04

Re: Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von gloom »

Emu, I >>heart<< deinen Humor!
YEAH Baby!

(Truly great madness cannot be achieved without significant intelligence)
diclofena
Neologismus
Beiträge: 44
Registriert: Mi 21.Jul 2010, 16:28

Re: Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von diclofena »

gloom hat geschrieben:Emu, I >>heart<< deinen Humor!

/sign :-D
Benutzeravatar
emu
Lakritzesser
Beiträge: 2275
Registriert: So 10.Sep 2006, 21:18
Wohnort: Am Puls der Zeit
Kontaktdaten:

Re: Konvention/Stil auf der Germanistik

Beitrag von emu »

Der SPIEGEL lies sich von mir inspirieren (oder so): http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotos ... 78205.html
Alle Angaben ohne Gewähr. Quod non est in actis, non est in mundo. Freundlichkeit hilft.
Dankbarkeit ist keine wissenschaftliche Kategorie. Mundus vult decipi. Trotzdem nicht gemein sein zu den Menschen.
Antworten

Zurück zu „Fachliche Diskussionen und Fragen“